Prächtigi Schwyz
Boom! Reinfall in Rheinfelden – buchstäblich – und im besten Sinne. Ich falle in mich selbst hinein beim Hypnoseseminar.
Felsenfest davon überzeugt, nicht hypnotisierbar zu sein, belehrt mich Stephanie, die Hypnose-Therapeutin, direkt am ersten Tag eines Besseren. Sie sprengt einfach meinen inneren Zweifler weg. Mit diesem anfänglichen Widerstand war ich nicht allein. Wir sind eine Truppe von fünf Frauen, die eine ziemlich spannende Mischung verkörpern: Einerseits offen und neugierig auf alles, was da kommt, gleichzeitig skeptisch.
Zwischen kritischem Nachfragen und echtem Staunen begeben wir uns gemeinsam auf diese Reise ins Unbewusste. Ein extrem sympathisches Pärchen, Stephanie und Thomas, lässt uns dabei auf sehr kompetente und anschauliche Art und Weise erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man innerlich loslässt, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Die herzliche Verbundenheit innerhalb der Gruppe – so, als hätten wir alle schon im Mittelalter zusammen am selben Feuer gesessen – schafft eine sehr ehrliche und entspannte Atmosphäre.
Wir docken direkt im Überbewusstsein an. Nix mit Kramerei im Unterbewusstsein oder einleitender Psychoanalyse à la Freud.
Kollektiv unterwegs im Orbit, lernen wir, wie Hypnose funktioniert, vor allem DASS es funktioniert.
Einer der Momente, der uns alle komplett vom Hocker haut, ist die Blitzhypnose mit Isabell, der jüngsten Teilnehmerin. Sie sitzt völlig entspannt im Sessel, während die Therapeutin sie in Trance führt.Als Stephanie sie bittet, den Arm zu heben, und ihr dann suggeriert, dass dieser nun wie von Geisterhand starr und unbeweglich sei, rührt sich nichts mehr. Der Versuch Isabells, mit der anderen Hand nachzuhelfen, schlägt auch fehl – beide Arme scheinen plötzlich magnetisch miteinander verschmolzen und untrennbar verbunden.
Doch damit nicht genug: Auf Stephanies Ansage hin klebt Isabell auf ihrem Platz fest - Aufzustehen ist ihr unmöglich. Während des gesamten Vorgangs ist Isabell hellwach, vollkommen klar und bei vollem Bewusstsein – eine Beobachterin ihrer eigenen körperlichen Unbeweglichkeit. Sie registriert genau, was passiert, kann aber ihren Körper nicht mehr umstimmen. Ein echtes ‚Wow-Erlebnis‘ für unsere ‚Skeptiker-Runde‘! Spätestens nach dieser Live-Show, die jenen TV-Momenten gleicht, bei denen man sich fragt, ob das Gezeigte wirklich echt oder manipuliert ist, wird uns klar: Das hier ist real. Ein bisschen unheimlich ist es aber auch, deshalb sage ich: “Gut, dass ich nicht diejenige war, die gerade hypnotisiert wurde. Ich hätte das nicht so lustig gefunden. Irgendwie auch übergriffig. Vielleicht wäre ich sogar panisch geworden.” Stephanie beruhigt mich sofort, indem sie sagt, dass so eine Hypnose nur mit Einwilligung des eigenen Willens möglich ist, sonst würde es gar nicht funktionieren.
Das Besondere am Konzept von MindVision – dem Ansatz von Thomas und Stephanie – ist die Arbeit mit dem Überbewusstsein statt ‚nur‘ mit dem Unterbewusstsein. Dieser feine, aber entscheidende Unterschied ermöglicht es, Blockaden mit einer verblüffenden Leichtigkeit zu lösen. Der große Vorteil für den Klienten: Man muss sich nicht schmerzvoll und bewusst mit alten Traumata auseinandersetzen, um sie zu überwinden.
Dabei geschieht absolut nichts gegen den eigenen Willen. Sollten Anteile des Selbst noch nicht bereit sein, Altes loszulassen, werden diese Widerstände nicht übergangen, sondern behutsam betrachtet und integriert. Es ist ein Prozess voller Respekt vor der eigenen inneren Geschwindigkeit. An diesem Punkt habe ich auch verstanden, warum Hypnose auch mal in die Hose gehen kann. Das passiert nämlich dann, wenn das Ego des Therapeuten das Tempo vorgibt. Selbst wenn die Absicht noch so gut gemeint ist: Wenn der Therapeut etwas erzwingen will, wofür der Klient innerlich noch gar nicht bereit ist, blockiert das System. Wahre Veränderung braucht keinen Druck, sondern den sicheren Raum, um im eigenen Takt zu wachsen.
Wie kraftvoll diese Methode tatsächlich ist, zeigt ein Blick in die moderne Hochleistungsmedizin: Sogar an renommierten Kliniken wie der Berliner Charité wird Hypnose bei hochkomplexen Eingriffen am offenen Gehirn eingesetzt. Während der Patient lokal betäubt ist, ersetzt die mentale Trance die klassische Vollnarkose. Allein getragen durch die Kraft des Geistes – wow! Wir sind tief beeindruckt und immer wieder sprachlos.
Es ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass wir weit mehr sind als nur unser wacher Verstand. Wenn wir uns erlauben, die Türen zum Überbewusstsein zu öffnen, finden wir dort nicht nur Heilung, sondern eine Form von innerer Freiheit und tiefem Frieden, die weit jenseits unserer Logik liegt. Es ist die Rückkehr zu der Erkenntnis, dass die größten Lösungen dort warten, wo wir aufhören zu kämpfen und anfangen, dem eigenen Sein zu vertrauen.
Nach dem mind-blowing Seminar brauche ich jetzt den Kontrast: Ab nach Luzern, die Stille genießen! In Ruhe alles sacken lassen. Wo könnte das besser möglich sein als am Wasser, umgeben von Bergen. Wunderschön ist es hier. Was für ein Panorama! Zwar lässt sich die Sonne nur selten blicken, aber dafür schneit es – toll! Romantisch. Auf der zweieinhalbstündigen Bootstour über den Vierwaldstättersee friert mir mein Näsli zwar fast ab, aber dafür freue ich mich um so mehr auf mein Ostertörtli aus der ÄSS-Bar. Dort gibt es exquisites Gebäck zum halben Preis vom Vortag. Mann, die können backen, die Schweizer! Und Humor haben sie. Ich muss lachen über die auf dem Kopf stehenden Yoga-Häslis und Sternschnupperli-Osterhasen aus Schokolade. Erfrischend fröhlich und selbstbewusst wirken die Menschen, denen ich begegne. Good vibes!
zwischen Trance und Panorama